VerschiedenesDas Leben erzählt seine Geschichten

2003 | 01

Namibia

Ein Geschäftsfreund von mir schwärmte immer wieder bei unseren gemeinsamen Treffen von Afrika, und hier von seinem besonderen Lieblingsland | Namibia. Die Geschichten die er mir erzählte waren so verführerisch, dass es für mich kein Zurück und keinen Zweifel mehr gab.

Eine Reise nach Namibia ist zum Pflichttermin geworden. Spannend | die erste Reise in ein afrikanische Land.

Eigentlich war ich nicht der große Afrika-Fan, vermutlich aber auch deshalb nicht weil ich Afrika zum damaligen Zeitpunkt zu wenig kannte und es in meiner kleinen Gedankenwelt keinen besonderen Stellenwert einnahm - im Nachhinein betrachtet war das ein Fehler.

Mein Freund Anton und ich, haben uns also entschlossen nach Namibia zu reisen. Wir wollten die gesamte Reise selbst organisieren und alleine, nicht mit einer Reisegruppe, also nur zu zweit, Namibia besuchen. Ein  wirklicher Namibia Experte hat uns die wesentlichen Insider-Tips gegeben und uns auf Namibia vorbereitet. Die Reise begann in Windhoek und führte uns geradewegs ins Otjiwarongo Gebiet und weiter zum Waterberg-Plateau-Park. Dort angekommen suchten wir uns eine Lodge und nahmen am ersten Abend gleich an dem von der Lodge angekündigten Game-Drive teil. Dieser Game-Drive war leider nicht ansatzweise das, was ein Erlebnis „Afrika + Wildtiere“ widerspiegeln sollte. Letztlich war es auch zu diesem Zeitpunkt vollkommen egal, da wir ja noch die Etoscha Pfanne noch vor uns hatten.

Aber das was ich bis heute nicht vergessen werde und das habe ich nie mehr so bei meinen letzten Reisen durch Afrika erlebt, das war der sagenhaft schöne Himmel, ausgestattet mit einer Unmenge von Sternen, alle zum Greifen nahe. Es war so toll, dass wir die halbe Nacht damit verbrachten, den Himmel zu beobachten und die Sterne zu zählen.

Vom Waterberg-Plateau-Park sind wir weiter über Grootfontein direkt in die Etoscha Pfanne. Die Erwartungen waren riesig. 4 Tage nur Tiere, Wildnis und Natur pur. Wir hatten alles mit (damals glaubten wir das), das man braucht, um viele gute Bilder zu machen. Meiner Erinnerung zur Folge hatten wir jeder 10 Filme mit je 36 Bilder mit - wohlgemerkt das war unser Vorrat für die gesamte Reise. Da konnte eigentlich nichts schief gehen. Und tatsächlich, bereits als wir die ersten Meter in der Etoscha Pfanne zurücklegten sahen wir einen riesigen Elefanten-Bullen. Die nächsten Tage waren der Hammer. Es war einfach toll. Natur pur und Wildtiere, das zu erleben und dann waren wir noch mit dem Vorteil bestückt, dass wir die meiste Zeit alleine waren, all das ist schon etwas ganz Besonderes.

Leider ging diese Zeit viel zu schnell zu Ende und wir mussten wieder weiter. Wir verließen die Etoscha Pfanne, die uns wirklich beeindruckt hatte und fuhren über Outjo weiter ins Damaraland. In Twyfelfontein hatten wir uns eine Lodge gesucht und wollten eigentlich ein paar Tage dort bleiben. Während der Reise hatten wir dann noch von der Volksgruppe, die Himba’s, gehört. So haben wir uns dann kurzerhand entschlossen die Reiseroute umzuändern.

Von Twyfelfontein fuhren wir wieder in den Norden nach Opuwo ins Kaokoland. In der Nähe von Opuwa trafen wir einen Guide, der uns zu den Himba’s führen sollte und das funktioniert hervorragend. Wir haben einen Tag lang bei den Himba’s verbracht. Heute müssen wir uns immer wieder eingestehen, dass das viel zu kurz war. Das Erlebnis war beeindruckend, zum ersten Mal bei einem Eingeborenen-Stamm zu sein, um deren Bräuche ein bisschen näher kennen zu lernen.

Dabei wurde uns auch erklärt, wieso sich die Frauen mit der roten Erde eincremen, wie sich dieser Schutz gegen die brennende Sonne sowie die lästigen Moskitos zusammensetzt wird und von woher sich die Himbafrauen dieses Substanz beschaffen. Diese doch eher fettige Creme besteht aus Butterfett und Ockerfarbe. Der färbende Bestandteil im natürlichen roten Ocker ist das Eisenoxid. Dazu kommt das aromatische Harz des Omuzumba-Strauches.

Schweren Herzens brechen wir am folgenden Tag wieder in den Süden auf, zurück in Richtung Damaraland, aber diesmal fahren wir die C39 und die C34, die Skelettküste entlang, nach Henties-Bay. Auf dem Weg halten wir bei Cape Cross. Hier kann man ab Mittag die Robben am Strand beobachten und fotografieren. Tausende Robben haben wir bei Cape Cross gesehen und waren letztlich auch fasziniert von der Anzahl der gestrandeten Schiffe in diesem Bereich der Skelettküste.

Am Abend nahmen wir uns ein Zimmer in einem B&B in Hanties-Bay. Es wurde uns vom Gastgeber unserer Unterkunft ein Lokal empfohlen, in dem wir angeblich guten Fisch bzw. Meeresfrüchte, bestellen können. Das Essen war einfach nur fantastisch in diesem Restaurant. Die Miesmuschel werden uns ein Leben lang in Erinnerung bleiben, wir schwärmen heute immer noch davon. Tatsächlich habe ich nie mehr wieder derart delikat zubereitete Miesmuscheln gegessen.

Tags darauf fahren wir noch einmal zurück in Damaraland genauer gesagt zum Brandberg und hier im Speziellen zur White Lady. Die Weiße Dame ist eine Felsenmalerei in der Tsisab-Schlucht des  Brandbergmassivs in Namibia. Neben der Abbildung sind zahlreiche weitere Jäger mit Speeren oder Bögen zu sehen. Diese sind umgeben vom typischen Jagdwild wie z.B. Oryxantilopen und Zebras. Das Alter dieser Fels-Malerei wird auf zwei- bis viertausend Jahre geschätzt. Leider ist durch den Massentourismus nur noch ein Teil der Gemälde sichtbar und für die Nachwelt erhalten geblieben.

Nun geht es weiter zur großen und kleinen Spitzkoppe und ins Buchmans-Paradies und wieder zurück nach Hanties-Bay. Am folgendenTag brechen wir auf in Richtung Swakopmund und Walvis-Bay. Beide Städte sind nicht besonders einladend bzw. attraktiv, insbesondere dann nicht, wenn man zuvor die beeindruckende Landschaft des Damaralandes gesehen hat. Zum Glück haben wir noch einen schönen Rückweg durchs Khomas Hochland nach Windhoek. Wir fahren über den 872m hoch gelegenen Kuiseb-Pass, weiter zum 1494m hohen Gamsberg-Pass die Strasse C14 und dann  der Landstrasse C26 folgend, zurück nach Windhoek.

Noch eine Nacht in Windhoek und dann fliegen wir wieder zurück nach Österreich.

Namibia ist eine Reise wert, durchaus auch empfehlenswert als Familien-Urlaub, da man ohne Probleme das Land mit Kinder erleben und bereisen kann.